Quelle: StK - Zeitschrift 4/2000 Artikel 4
Spray und Strech-Technik - was ist das? Kühlung und Dehnung oder "Spray and Stretch" - Dr. med. Egbert Seidel, Chefarzt für Physikalische Medizin, Weimar, erläutert, was hinter dieser Technik steht und wer diese Zusatzqualifikation erwerben kann. |
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| In Heft
2 erwähnte Dr. Thomas Flöter die Spray- und Stretch-Technik. Dazu fragte
Dr. A. Z.: Spray- und Stretch-Technik, wer führt dazu Weiterbildungs- veranstaltungen durch, bzw. welche Technik entspricht dem in der Krankengymnastik-Ausbildung? | ||
| Prof.
Dr. med. EGBERT SEIDEL, Weimar: Der Ausdruck Spray- und Stretch-Technik ist ein Alltagsjargon für eine seit 25 Jahren in der manuellen Medizin und der Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage (hier PNF, propriozeptive neuromuskuläre Faszilitation) existierende Kombinationstherapie zwischen Kurzzeit-Kältetherapie und reflektorischen Dehntechniken. | ||
| Hierbei werden über die kurzzeitige Kältetherapie (zirka 10 -
15 Sekunden) oberflächliche, segmental einem Muskel zugeordnete Rezeptoren
der Gamma-Motoneurone gehemmt. Dies führt zu einem Tonusverlust der
zugeordneten Muskulatur, welcher bei den eingesetzten passiven
Dehntechniken bis zur fast vollständigen Länge des Muskels genutzt wird.
Die Kälteapplikation erfolgt dynamisch entweder mit Chloräthyl-Spray oder
Kältepack, in der älteren Literatur auch unter dem Namen KABAT-Massage
bekannt. Heute wird diese Technik vorrangig bei Stereotyp-Störungen der
Muskulatur, der Manuellen Therapie (Dysbalancen und Dysfunktionen) sowie
der Beeinflussung von Rezeptorenfeldern (Nackenmuskulatur/ siehe
modifizierte Atlastherapie nach ARLEN) eingesetzt. Diese Technik kann an
Weiterbildungsakademien erlernt werden. Grundvoraussetzung ist die
Qualifikation in PNF oder Manueller Therapie/ Chirotherapie.
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| Literatur: Seidel , E. J. ; Smolenski, U., Bocker, B. : Kältetherapie. GfBB-Verlag 1999. In Lizenz bei TuR Berlin und Gymna Berlin. Saller, R; Hellenbrecht, D.: Schmerzen. Therapie in Praxis und Klinik. Marseille Verlag München 1991. S. 360ff. Travell, J. G. ; Simons, D. G.: Handbuch der Muskel-Trigger- Punkte. Fischer Verlag 1998. | ||